Priester in der Fokolar-Bewegung

Bernd Galluschke

Propst und Dechant in Duderstadt

Fokolarpriester Bernd Galluscke im Porträt

Irgendwann, es war kurz nach dem ersten Semester meines Studiums in Münster, konnte ich die Frage nicht mehr ignorieren: Was will Gott eigentlich von mir? Bis dahin wollte ich Lehrer werden oder höchstens Pastoralreferent, aber dann spürte ich doch ganz deutlich, dass ich mehr geben könnte. Also wurde ich Priester.

Schon im Theologiestudium hatte ich intensiven Kontakt zur Fokolar-Bewegung. Aus dem Kolleg, in dem ich wohnte, ging jeden Freitag einer von uns irgendwo hin und kam jedes Mal glücklich zurück. Er sagte aber nie, was er machte. Eines Tages stellte ich ihn zur Rede.

Am Freitag darauf konnte ich ihn begleiteten. Er ging in eine Wohngemeinschaft von Seminaristen, die zur Fokolar-Bewegung gehörten. Im Seminar waren wir es gewohnt nur in feucht-fröhlicher Stimmung über uns selbst zu sprechen. In dieser WG sprachen die jungen Männer mit großer Offenheit und Natürlichkeit über ihr Leben, ihren Glauben und auch über ihre Zweifel. Sie lebten wie in einer Familie, in der alles Platz hatte. Diese Begegnung hat mich sehr geprägt.

Kritische Phasen gab es immer in meinem Leben, Zweifel kehren periodisch wieder. Doch immer traf ich Freunde, die mir über solche Hindernisse hinweg halfen. Mehr als einmal zeigte mir Gott , dass er sogar aus vermeintlich falschen Entscheidungen etwas Gutes machen kann. Und mit der Zeit weitet sich das Herz.

So bin ich nun, nach 20 Jahren in vier Gemeinden in Hannover, die seit 2004 zu einer zusammengeführt wurden, seit Ende 2010 in Duderstadt, im Eichsfeld tätig. Ich teile mir die Arbeit mit Pfarrer Reinhard Griesmayr. Wir sind momentan wieder zuständig für vier Pfarreien in einem traditionell katholisch geprägten Umfeld, d. h. hier gilt der Pfarrer noch etwas.

Es macht Freude, hier zu arbeiten. Ich folge den vier M, die Bischof Norbet Trelle uns bei unserer Einführung auf den Weg mitgegeben hat: Man muss Menschen mögen. Und ich erlebe, dass genau darauf ein unglaublicher Segen liegt.

Meinen derzeitigen Gemütszustand bezeichne ich mit gelassen. Ich versuche die vielen Traditionen kennen und schätzen zu lernen, in die ungewohnte Rolle als Propst hineinzuwachsen und zu entdecken, was hier an Reich Gottes wächst.

mail senden an bernd.galluschke(at)kath-kirche-untereichsfeld.de

Foto: Oliver Thiele

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