Priester in der Fokolar-Bewegung

Dirk Salzmann

Präfekt im Theologenkonvikt Collegium Leoninum in Paderborn und Mitarbeiter der Diözesanstelle "Berufe der Kirche"

Sie bleibt ein Dauerbrenner unter jungen Menschen, die Frage nach der Berufung. Meine Arbeit im Leo-Konvikt hält auch meine eigene Berufungsgeschichte lebendig und die Fragen der Studenten sind auch für mich noch lange nicht endgültig beantwortet: Wie geht das mit dem Beten? Was bedeutet ein eheloses Leben?

Fokolarpriester Dirk Salzmann im Porträt

Durch die überraschende Trennung meiner Eltern hatte ich schmerzlich und hautnah erfahren, dass nichts endgültig Bestand hat, nur Gott. Der Verlust von einigen Freunden auf meinem Lebensweg, die sich anders entschieden hatten, machte mir deutlich, dass Gott ein eifersüchtiger Gott ist, der nicht die Entscheidung für eine bestimmte Lebensform möchte, sondern die Entscheidung für ihn.

Gott geht weiterhin mit mir. Nichts ist fertig oder abgeschlossen, im Gegenteil. Ich darf eine ständige Vertiefung erleben und meine anfänglichen Ideale überprüfen. Ich wollte Priester werden, weil ich ansteckende Vorbilder hatte. Aber als ich dann merkte, dass Gott mein Leben schenken bedeutet, es bedingungslos aus der Hand zu geben, da bekam ich doch Angst.

Das war vielleicht der wichtigste Schritt in meinem Leben: Gott im Schmerz und in der Grenzerfahrung nicht auszuweichen, sondern Ihn und Seine Liebe darin zu entdecken. Jesus in seiner Verlassenheit am Kreuz hat mich in seinen Bann gezogen. Weil Er dem Dunkel nicht ausgewichen ist, kann ich im immer neuen "Ja" zu Ihm, Licht finden. Er ist mein ständiger Begleiter, der mich herausfordert, keine Angst zu haben. Gerade ich, ein Typ, der weder Schmerz noch Konflikte mag.

Im Priesterfokolar habe ich Brüder gefunden, die so ganz anders sind und doch ganz zu mir gehören. Es ist das Geschenk einer Familie, das ich hier erlebe. Es bedeutet zwar, um die freien Zeiten zu ringen, um sich zu sehen und miteinander zu sein. Doch wir teilen das Tiefste, das wir haben, unser Leben mit Gott in uns und unter uns, um dann von Ihm erleuchtet in die Welt zu gehen.

mail senden an dirk.salzmann(at)dokom.net

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