Priester in der Fokolar-Bewegung

Gerhard Schwarz

Diakon und Prädikant der Evangelischen Kirche im Rheinland, Krankenpfleger, 47 Jahre alt, verheiratet, 3 Töchter, wohnhaft in Radevormwald

Die Anfrage kam in einem ungünstigen Moment. Eigentlich hatte ich keine Zeit, ich sollte dringend ein neues Antiviren-Programm auf unserem PC installieren. Aber dann habe ich doch spontan in ein ausführliches Gespräch eingewilligt.

<Gerhard Schwarz im Porträt

Wie kann ich in wenigen Worten ausdrücken, warum ich bei der Fokolar-Bewegung bin? Mich interessierte zunächst, was meine evangelische Freundin, die ich später geheiratet habe, an einer überwiegend katholischen Bewegung so attraktiv fand. Aber schon bald war ich aus persönlicher Betroffenheit dabei. Mich berührte nicht nur der wertschätzende und liebevolle Umgang zwischen Christen verschiedener Konfessionen. Auch der Zugang zum Wort Gottes war neu für mich. Das Wort Gottes war nicht primär Gegenstand wissenschaftlicher Auslegung für die Predigt, wie ich es in meiner Ausbildung zum Diakon und in der Rüstzeit zum Prädikanten gelernt hatte, sondern lebendige Grundlage eines geschwisterlichen Miteinanders. Es wurde gemeinsam gelesen, dann im Alltag gelebt und danach darüber gesprochen, wie es den persönlichen Alltag verändert hatte.

Im Rückblick kann ich sagen: ohne das Leben nach dem Wort Gottes finde ich nicht die Kraft, mich den Bedürfnissen einer fünfköpfigen Familie, der geistlichen Begleitung von Menschen, der Arbeit in einer Psychiatrie als Krankenpfleger oder der Durchführung von Gottesdiensten gewachsen zu fühlen. Von zusätzlichen Belastungen wie der mehrmonatigen Mitarbeit für das â??Kölner Kirchentagsklosterâ?? auf dem Evangelischen Kirchentag im Juni 2007, die Sorge um meine Eltern oder meine plötzlich schwer erkrankte Schwester ganz zu schweigen.

<Gerhard Schwarz im Porträt

Innere Stärke schöpfe ich auch aus dem Leben mit meiner Familie - meine Töchter im Alter von 10 bis 15 Jahren und meine Frau teilen mit mir die Spiritualität der Fokolar-Bewegung - und aus dem wöchentlichen Zusammensein in meinem Priesterfokolar. Dort erhalte ich Unterstützung durch meine "Brüder" und Ermutigung für den Weg auf mein Lebensziel hin, das ich klar erkennen durfte: für alle mir anvertrauten Menschen ein Werkzeug der Liebe Gottes zu sein.

mail senden an b.u.g.schwarz(at)freenet.de

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