Priester in der Fokolar-Bewegung

Wenn Gott ruft, musst du gehen.....

Aufbruch und Neuanfang unter den Armen

Er kennt die Fokolar-Bewegung schon seit vielen Jahren und hatte sich begeistern lassen für das Charisma der Einheit, das der Spiritualität zugrunde liegt. Besonders eine Episode steht ihm lebendig vor Augen, von der Chiara Lubich erzählt. Sie spielt im zweiten Weltkrieg, in der ersten Wohngemeinschaft der Fokolare in Trient. Mit ihren Freundinnen empfing sie dort oft Gäste, für die sie das beste Tischtuch wählte und das schönste Geschirr. Die Szene sah dann so aus: am Tisch saßen eine Fokolarin und ein Armer, eine Fokolarin und ein Armer....

Fokolarpriester Christian Heim

Christian Heim ist überzeugt, dass die Gütergemeinschaft keine Utopie ist, sondern schlechthin die Lösung für unsere Welt. Als Student hatte er mehrere Monate in Brasilien gelebt und dort ganz existentiell erfahren, wie die Welt aussehen könnte, wenn sich alle radikal, mit ihren Talenten und ihren Gütern für das Evangelium einsetzen würden. Auf einer Farm für Drogenabhängige fand er echte Brüder; Menschen, die zutiefst aus dem Glauben leben und ihm dadurch zum Vorbild wurden.

"Als Fokolarpriester legen wir unser Geld zusammen, leben also die Gütergemeinschaft, aber in einer insgesamt recht komfortablen westeuropäischen Situation. Ich spürte tief in mir eine Unruhe. Ich war noch nicht da angekommen, wo es mir schien, dass Gott mich haben wollte".

Über Jahre im Gespräch mit den Mitbrüdern fragte er sich schon manchmal, ob er nicht vielleicht einen Spleen habe. Oder war es ein Anruf Gottes? Die andern machten ihm Mut, seinen Weg zu gehen.

Nun ist die Stelle in der Seelsorgearbeit für Russlanddeutsche in Unna-Massen bei seinem Nachfolger in gute Hände gelegt, seine Wohnung ist aufgelöst, seine Möbel sind verschenkt. Ein geregeltes Einkommen gibt es nicht mehr, die Krankenversicherung wurde gekündigt.

"Je mehr ich wegschenkte, umso froher wurde ich. Zunächst wollte ich nicht annehmen, dass mir eine sechsköpfige Familie anbot, meine Versicherung zu bezahlen, ein Freund die Handykosten. Aber darin kann ich jetzt die Vorsehung Gottes sehen, der sich nicht überbieten lässt".

Seit Dezember 2007 arbeitet Christian Heim auf der Fazenda Gut Neuhof in Berlin und betreut außerdem geplante Neugründungen der Farmen für Drogenabhängige, von denen es weltweit mittlerweile 38 gibt.

www.fazenda.de

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