Priester in der Fokolar-Bewegung

Matthias Hembrock

Pfarrer in Drensteinfurt

Wann geht es mir so richtig gut? Wenn ich immer wieder neu an die Liebe Gottes glauben kann. Daran hängt alles. Es gibt keine Stagnation im Leben mit Gott, seine Liebe zeigt sich mir in immer neuen Facetten. Und außerdem brauche ich ab und an Zeit für eine gute Klassik-CD oder eine Fahrradtour.

Fokolarpriester Matthias Hembrock im Porträt

Als ich mich entschied, Priester zu werden, geschah dies aus innerer Überzeugung. Das machst du jetzt, das schaffst du schon, stand erst einmal im Vordergrund. Mein jugendliches Selbstbewusstsein war ungebrochen. Wie Priester-sein geht, war mir allerdings völlig unklar.

Durch die Begegnung mit Menschen aus der Fokolar-Bewegung hat sich mir dann ein konkreter Weg gezeigt, wie diese Berufung täglich mit Leben gefüllt werden kann. Jesus, den ich in der Gemeinschaft von Menschen erfuhr, die nach seinem Wort leben wollten, war keine Gestalt aus der Vergangenheit, sondern eine Person der Gegenwart. Ich spürte ihn in mir, er gab mir Erfüllung und Schwung und erschloss mir den Sinn meines Lebens.

Der eigentliche Knüller war das sog. "Wort des Lebens". Ich war damals 19 Jahre alt und intensiv auf der Suche, wie das Evangelium gelebt werden kann. Da lernte ich diese Praxis der Fokolare kennen, pro Monat einen Satz aus der Schrift zu leben und sich darüber auszutauschen. In diesen Gesprächen fühle ich mich immer innerlich ergriffen durch die Gegenwart des Göttlichen.

Ich lernte mitreissende, engagierte Christen kennen, die sich auf den Weg der Heiligkeit gemacht hatten. Er bestand nicht in einer anstrengenden und unzeitgemäß anmutenden Eroberung von Tugenden, sondern war die überraschende Konsequenz eines Lebens nach dem Willen Gottes, in aller Einfachheit und Unaufgeregtheit. Dabei ist für mich das Leben in der Priestergemeinschaft â?? wir kommen wöchentlich für einen Tag in kleinen Gruppen zusammen â?? sehr wichtig. Denn als Priester verzichte ich nicht auf Familie, sondern erlebe sie hier anders, mit Höhen und Tiefen, mit jung und alt, mit mehr oder weniger sympathischen Menschen, aber immer echt und erfüllend.

mail senden an hembrock-m(at)bistum-muenster.de

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